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Schlaf als therapeutisches Zeitfenster: Manuel Schabus beim Deutschen Psychotherapie Kongress in Berlin 

Beim Deutschen Psychotherapie Kongress in Berlin war Prof. Dr. Manuel Schabus Teil des Symposiums „Therapy im Schlaf?“, das sich einem besonders spannenden Schnittfeld widmete: der Verbindung von Schlaf, Psychotherapie und digitalen Interventionen.


Schlaf ist weit mehr als eine passive Erholungsphase. Während wir schlafen, verarbeitet das Gehirn emotionale Erfahrungen, festigt Erinnerungen und reguliert unsere Reaktionen auf Belastung. Genau deshalb gewinnt die Frage an Bedeutung, ob psychologische Interventionen vor dem Einschlafen, während des Schlafs oder direkt nach dem Aufwachen therapeutische Prozesse gezielt unterstützen können.

In seinem Beitrag sprach Manuel Schabus über digitale Schlaftherapie und das Potenzial, klassische kognitiv-verhaltenstherapeutische Ansätze bei Insomnie mit kontinuierlichem Schlaftracking zu verbinden. Im Zentrum standen app-basierte Interventionen, die abends psychoedukative Inhalte, Entspannungsübungen oder kognitive Techniken vermitteln und morgens personalisiertes Feedback auf Basis subjektiver und objektiver Schlafdaten geben.

 

Die vorgestellten Studien zeigen, dass solche digitalen Programme Schlafprobleme reduzieren und gleichzeitig das psychische Wohlbefinden unterstützen können. Besonders vielversprechend ist dabei der Ansatz, Interventionen genau dann anzubieten, wenn sie besonders wirksam sein könnten: vor dem Schlaf, wenn innere Anspannung häufig hoch ist, und nach dem Aufwachen, wenn Nutzerinnen und Nutzer offen für Rückmeldung und kleine Verhaltensänderungen sind.

Damit entsteht ein neuer Blick auf Schlaftherapie: nicht nur als Behandlung von Schlafproblemen, sondern als möglicher Baustein für Prävention, mentale Gesundheit und psychotherapeutische Versorgung.

Das Symposium machte deutlich, wie viel Potenzial in der Zusammenarbeit von Schlafforschung, Psychotherapie, digitaler Gesundheitsforschung und moderner Sensorik steckt – und wie wichtig es ist, wissenschaftliche Erkenntnisse so weiterzuentwickeln, dass sie auch in der Versorgung ankommen.

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