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Neue Studie: Warum Schlaf beim Erinnern hilft

Warum vergessen wir manche Dinge schneller als andere – und welche Rolle spielt Schlaf dabei? Eine neue Publikation von Manuel Schabus, M. S. Ameen und D. P. J. Heib im Journal of Sleep Research beschäftigt sich genau mit dieser Frage. Die Studie untersucht, wie Schlaf und Wachsein beeinflussen, ob wir neu gelernte Informationen behalten oder wieder vergessen.

Für die Studie lernten 90 gesunde Erwachsene Wortpaare, die entweder leichter oder schwieriger zu merken waren. Danach wurde getestet, wie gut sie sich erinnern konnten: entweder direkt nach dem Lernen, nach einer Nacht Schlaf oder nach einem vergleichbaren Zeitraum im Wachzustand.

Das Ergebnis: Nach einer Wachphase gingen vor allem schwächer gelernte Inhalte schneller verloren. Nach Schlaf hingegen blieben sowohl schwächer als auch stärker gelernte Erinnerungen vergleichbar stabil.

Die Studie zeigt damit: Schlaf kann helfen, neu gelernte Informationen zu schützen – unabhängig davon, ob sie ursprünglich besonders stark eingeprägt waren oder nicht. Er scheint also nicht nur das zu bewahren, was wir ohnehin schon gut gelernt haben, sondern kann auch weniger stabile Erinnerungen unterstützen. Interessant war außerdem, dass klassische Schlafmesswerte wie Schlafspindeln oder langsame Oszillationen die Gedächtnisstabilisierung in dieser Studie nicht eindeutig erklärten. Das zeigt, wie komplex die Beziehung zwischen Schlaf und Gedächtnis ist – und wie wichtig weitere Forschung in diesem Bereich bleibt.

Die Publikation wurde am 21. Mai 2026 im Journal of Sleep Research veröffentlicht:
Schabus, M., M. S. Ameen, and D. P. J. Heib. 2026. “Sleep Preserves, Wake Differentiates: Strength-Dependent Forgetting of Declarative Memories Across the Retention Interval.” Journal of Sleep Research, Article e70348. https://doi.org/10.1111/jsr.70348.

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